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"Aus der Tiefe - Wege zum Frieden" - so lautete der Titel des Konzerts am Karfreitag, 3. April 2026 um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie in Berlin.
Zur Aufführung kamen folgende Werke:
Die doppelchörige Motette "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir" (SWV 25) ist die Vertonung eines der drei "Psalmen Davids". Die Motette wurde im Jahr 1619 unter dem Eindruck des gerade begonnenen 30-jährigen Krieges komponiert. Sie gehört zu den eindrucksvollsten frühen Psalmvertonungen Heinrich Schütz’ und zeigt bereits seine meisterhafte Verbindung von venezianischer Mehrchörigkeit und deutscher Textausdeutung.
Das Stabat Mater von Arvo Pärt ist Musik der radikalen Reduktion. Der Text beschreibt das Leid einer Mutter am Kreuz ihres Sohnes. Pärt vertont dieses Mit-Leiden nicht dramatisch, sondern asketisch, beinahe reglos. Die Zeit scheint stillzustehen. Das ist ein Innehalten an der tiefst möglichen Stelle menschlicher Erfahrung.
Darauf folgte die Kantate BWV 131 "Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir" von Johann Sebastian Bach. Hier spricht kein Einzelner mehr, sondern eine Gemeinschaft. Der Psalm ist Klage, Bitte und Vertrauen zugleich. Bach zeigt: Aus der Tiefe wird nicht geschwiegen, sondern gerufen. Die Musik bleibt spannungsvoll, oft drängend, und kennt noch keine Erlösung, aber sie formuliert einen entscheidenden Schritt: den Weg nach außen, die Hinwendung in die Hoffnung trotz Schuld und Angst.
Den Abschluss bildete das "Dona nobis pacem" von Pēteris Vasks. Der Friedensruf steht hier nicht als liturgische Floskel, sondern als existenzielle Bitte. Vasks' Musik ähnelt in Ihrer Stilistik der von Arvo Pärt, sie ist fragil, verletzlich. Frieden erscheint nicht als Sieg oder Auflösung aller Konflikte, sondern als Möglichkeit. Als etwas, das entstehen kann, aber nie garantiert ist.
So beschreibt das Programm einen Weg: vom stillen Mit-Leiden über den Ruf aus der Tiefe hin zu einer offenen, vorsichtigen Hoffnung auf Frieden.
Was für ein Konzertabend! Am 22. Dezember 2025 erfüllten die festlichen Klänge des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach den ausverkauften Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.
Unter der Leitung von Daniel Kirchmann musizierten mit der Camerata vocale Berlin die Berliner Symphoniker, Christina Hanke-Bleidorn (Orgel) sowie die Solisten Esther Hilsberg (Sopran), Diana Kantner (Alt), Burkhard Solle (Tenor) und Manuel Nickert (Bass).
Den stimmungsvollen Abschluss bildete das traditionelle gemeinsame Singen von „O du fröhliche“.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden und unserem wunderbaren Publikum für diesen besonderen Abend. Wir freuen uns, Sie auch im Jahr 2026 wieder bei unseren Konzerten begrüßen zu dürfen!
Unsere Leseempfehlung: Der Artikel im Berliner Chorspiegel über unsere 40-jährige Chorgeschichte
Im Berliner
Chorspiegel (Ausgabe 3/2025) des Chorverbands Berlin ist ein ausführlicher Artikel über unsere 40-jährige Chorgeschichte erschienen - von der Gründung 1985 durch
Etta Hilsberg über prägende Stationen bis hin zu unserer heutigen Arbeit unter der Leitung von Daniel Kirchmann.
Unter dem Titel "Gesang mit Seele - 40 Jahre Camerata vocale Berlin" finden Sie spannende Einblicke, berührende Erinnerungen und manche Anekdote aus vier Jahrzehnten Chorgeschichte. Zu lesen ist der Artikel auf der Webseite des Berliner Chorverbands in der Rubrik "Berliner Chorspiegel" (Seite 8).
Viel Freude beim Lesen - und vielleicht entdecken Sie die Camerata vocale Berlin darin auch ein Stück weit neu!
Das Konzert am 27. September 2025 um 19:30 Uhr in der St. Johanniskirche Berlin, Alt-Moabit 25, 10559 Berlin stand unter dem Titel "Luminous Night".
Die Hauptwerke des Konzerts waren die Stücke "Dark Night of the Soul" und "Luminous Night of the Soul" des Norwegers Ola Gjeilo. Die Kompositionen für Streichquartett, Klavier und Chor sind durch ihre große emotionale Bandbreite und die Darstellung unterschiedlicher Charaktere in einer ganz eigenen Klangwelt besonders eindrücklich. Die Stücke des 1978 geborenen Komponisten bildeten den Rahmen für weitere Chorwerke zum Themenkomplex der Nacht, deren verschiedene Stimmungen im Programm in Erscheinung treten.
Johannes Brahms vereint im ersten seiner Vier Quartette op. 92 die Stimmung der Nacht mit dem Topos der Liebe. Der 1877 entstandene Zyklus thematisiert zudem melancholische Reflexionen.
In Ēriks Ešenvalds' "Stars" kommt die Faszination des Sternenhimmels zu Ausdruck.
Ruhe und Frieden vermittelt der "Evening Song" von Zoltán Kodály.
Felix Mendelssohn-Bartholdy läutet mit seiner Komposition "Morgengebet" den neu beginnenden Tag ein und verleiht der überstandenen Nacht das Gefühl von Freude, Neubeginn und Aufbruch.
Am Karfreitag, den 18. April 2025, durften wir im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin mit dem Stabat Mater von Sir Karl Jenkins einen besonderen Konzertabend erleben.
Wir bedanken uns bei unserem musikalischen Leiter Daniel Kirchmann, der bezaubernden Mezzosopranistin Gala El Hadidi, dem Neuen Kammerorchester Potsdam und natürlich bei unserem Publikum für dieses unvergessliche Erlebnis!
Der zeitgenössische walisische Komponist Karl Jenkins hat mit seinem Stabat Mater ein modernes, kraftvolles Werk geschaffen, das die mittelalterliche Sequenz „Stabat mater“ neu interpretiert. Es verbindet klassische Chor- und Orchestermusik mit Elementen der weltlichen Musik sowie orientalischen und nahöstlichen Klängen. Jenkins fügt neben dem lateinischen Text auch Passagen in modernen und alten Sprachen wie Aramäisch, Arabisch und Englisch ein, wodurch das Werk eine universelle emotionale Tiefe erhält. Es zeichnet sich durch eindringliche Melodien, dynamische Rhythmen und eine spirituelle Intensität aus, die das Leid Marias unter dem Kreuz musikalisch beeindruckend nachzeichnet. Das Leiden der Mutter Maria beim Kreuz wird so zu einer tief berührenden, alle Kulturen umfassenden Klage: „Und die Mutter weinte.“
Fotos: Gala El Hadidi, Camerata vocale Berlin, Karl Jenkins (Bild: Rhys Frampton)